Neuer Druckvorstufenstandard auf der Publishing Market in Stuttgart
Resumee
( Auszug Macwelt Online Mai 2001)
Am Freitag ging die kleine, aber feine Stuttgarter Messe, die sich mit vielerlei Problemstellungen und Lösungsansätzen im digitalen Publishing befasst, zu Ende. Neben Herstellern von Software-RIPs und digitalen Kameras findet man dort auch Labormittelhersteller, Papiergroßhädler und Distribuntoren für Rechner und Scanner. Den größten Platz auf der Messe nehmen der Arbeitskreis digitale Fotografie (ADF) und der Professional Imagers Club (PIC) ein. Beide Verbände arbeiten herstellerunabhängig, ihre Mitglieder haben sich zum Ziel gesetzt, sich gegenseitig zu beraten und Probleme, die in der digitalen Fotografie zur genüge auftreten, gemeinsam zu lösen. So veranstalten ADF und PIC gelegentlich Symposien, bei denen man versucht, Schwierigkeiten zu ergründen und Lösungsansätze zu finden.
Ein solcher Lösungsansatz kommt von den Fotografen und PIC-Vorständen Reinhard Fittkau und Manfred Dilling, die mit einem neuen Konzept für die Druckvorstufe endlich das Problem farbverbindlicher Drucke in den Griff bekommen wollen. Wie wir in Macwelt Ausgabe 5/01, Seite 79 berichteten, verlagert Ihr Konzept die Profilierung der Daten in die Druckereien. So vermeidet man, dass bei jeder Station, die die Daten auf dem Weg vom Fotografen in die Druckerei passieren, verschiedene Profile in die Datei gerechnet werden. Nach Fittkaus Vorschlag konvertiert der Fotograf die Aufnahme in einen CMYK-Datensatz, der dem höchsten Offset-Standard der Fogra/BDVM (Fogra: Forschungsgesellschaft Druck, BDVM: Bundesverband Druck und Medien) entspricht, so dass alle Druckereien in diesem Standard gute Ergebnisse erzielen können. Die Druckerei rechnet dann nur noch die Profile für ihre Maschinen und das Papier in die Datei. Auf diese Weise kann man bei fehlerhaften Druckerzeugnissen leichter nachvollziehen, in welchem Stadium der Fehler entstanden ist.
In den letzten Wochen war die Resonanz auf das neue Konzept eher verhalten. Fachpresse und Branchenkennerhielten die Idee für gut, aber undurchführbar, da man befüchtete, Druckereien und die Industrie würden nichtmitziehen. Die Stuttgarter Messe brachte eine Wendung in die Debatte, da der Sofware-RIP-Hersteller Best Color dieIdee für gut hält und unterstützt. Best arbeitet an einem Profil, das den Anforderungen entspricht und im Juni zurVerfügung stehen soll. Das Profil soll, wenn es fertig ist, auf den Webseiten des PIC und auf der Best-Seite zumDownload zur Verfügung stehen. Von Seiten der Drucker waren bei den Diskussionen auf der Messe weitgehendpositive Reaktionen zu hören. Auch Detlef Fiebrand, Tiefdruck-Reprofotograf und Berater in SachenColormanagement, steht hinter dem neuen Standard. In der aktuellen Ausgabe der Fachzeitung „Deutscher Drucker"befürwortet er den neuen Standard und schreibt: „Es wird noch viel Zeit vergehen, bis alle am Prepress-WorkflowBeteiligten eine sinnvolle Umsetzung von ICC-Color-Management gefunden haben, wir brauchen also eine schnelleund einfache Problemlösung für Milliarden von gedruckten Bildern!"
Fazit
Die Unterstützung von Best erhöht die Chancen, das neue Konzept für die Druckvorstufe zu etablieren. Damit ist derWorkflow in der Theorie bereits jetzt denkbar. Die Praxis wird zeigen, ob sich genügend Fotografen, Agenturen undDruckereien anschließen, um das Konzept Reinhard Fittkaus zum Standard zu machen. dc
Verbindliche Anmeldung
Karte
Kosten
- PIC Mitglieder: 0,00 €
- Nichtmitglieder: 0,00 €
- Schnupperteilnehmer/innen: 0,00 €
- Studierende/Auszubildende: 0,00 €
- Einzelzimmer: 0,00 €
- Doppelzimmer: 0,00 €
Hotelbeschreibung
0
